GBH-Geschäftsführer

Wem gehört die Stadt? Oder: Alles beim Alten
„Alles beim Alten.“ Mit dieser Bemerkung kommentiert Hannovers CDU-Chef Dirk Toepffer die Entscheidung des rot-grün geführten Aufsichtsrats der städtischen Wohnungsbaugesellschaft, den Vertrag mit ihrem Geschäftsführer René Schweyen nicht zu verlängern.

Der erst 53-jährige Schweyen ist bei Mietern und Beschäftigten beliebt und als Geschäftsführer überaus erfolgreich. Aus Sicht der rot-grünen Mehrheit im Aufsichtsrat hat er nur einen Nachteil: Anders als der 62-jährige Co-Geschäftsführer Dieter Cordes fehlt ihm das rote Parteibuch. Cordes, so Toepffer, biete darüber hinaus aus SPD-Sicht einen weiteren Vorteil. Toepffer: „Aufgrund seines Alters wird es leicht fallen, Herrn Cordes nach der Kommunalwahl 2011 in den Ruhestand zu schicken und seine Position so in Koalitionsverhandlungen den Grünen anzubieten.“

Toepffer sieht nun in der niedersächsischen Landeshauptstadt „griechische Verhältnisse“. Toepffer: „Hier wie da werden Stellen im Staatsdienst oder solchen Unternehmen, die sich in öffentlicher Hand befinden, an diejenigen vergeben, welche den gerade Herrschenden nahe stehen. Ob Walter Richter bei der Union Boden oder Raimund Nowak als Geschäftsführer der Metropolregion: Immer steht das Parteibuch vor der Qualifikation.“

So bleibt in Hannover alles beim Alten. Genossenfilz hat in Hannover weiter Tradition. Getäuscht, so Toepffer weiter, seien all jene, die daran geglaubt hätten, dass mit dem Wechsel des Oberbürgermeisters auch ein wirklicher Politikwechsel stattfinden würde. Toepffer: „Es ist enttäuschend, dass es OB Weil auch nach vier Jahren in der jetzigen Funktion nicht gelungen ist, sich aus den Klammern parteipolitischer Abhängigkeiten frei zu machen. Für ihn, der auch für diese Personalie verantwortlich ist, kommt eben doch zunächst die Partei. Und erst dann die Stadt.“
 

Inhaltsverzeichnis
Nach oben