Viel Lärm um ein wenig mehr Ruhe

„Der von der Verwaltung der Stadt Hannover vorgelegte Lärmaktionsplan (LAP) ist für die CDU-Ratsfraktion bei der Schwerpunktsetzung ‚Geschwindigkeiten in den Hauptbelastungsbereichen’ nicht zielführend. Außerdem halten wir es für zwingend erforderlich, dass vor der Umsetzung möglicher Maßnahmen aus dem LAP erst mal geprüft wird, ob die errechneten Lärmbelastungen auch tatsächlich erreicht werden. Aus diesem Grund werden wir einen Änderungsantrag einbringen“, führt der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Ratsfraktion, Hannes Hellmann, zum vorgelegten LAP der Stadt aus.

„Wir freuen uns, dass die Verwaltung endlich unseren seit Jahren abgelehnten Vorschlag aufgegriffen hat, eine Verstetigung des Verkehrsflusses, durch eine Koordinierung von Lichtsignalanlagen zu erreichen. Durch einen stetig fließenden Verkehr nimmt nicht nur der Lärm ab, da das Abbremsen, Anfahren und Beschleunigen bei einem konstanten Verkehrsfluss unterbleiben bzw. weniger oft stattfinden, sondern aus denselben Gründen auch der CO2-Ausstoß“, erläutert Gerd Sommerkamp, umweltpolitischer Sprecher der CDU-Ratsfraktion. „Leider ist die Stadt nicht konsequent. Sie sollte nicht nur die Schaltung der Lichtsignalanlagen überprüfen und optimieren, sondern gleich die Einführung einer Grünen Welle untersuchen“, ergänzt Hellmann. „Durch eine beschilderte Grüne Welle bei 50 km/h kann ein konstanter Verkehrsfluss erreicht werden. Gleichzeitig wird dem Autofahrer der Anreiz geboten, nicht zu schnell zu fahren, da er daraus keinen Zeitvorteil mehr ziehen kann.“

„Darüber hinaus macht es zum Schutz der Nachtruhe gar keinen Sinn, nur die Verminderung der Geschwindigkeiten auf bestimmten Straßenabschnitten zu prüfen, ohne sie in einen Zusammenhang mit dem dabei entstehenden Lärm zu setzen“, zeigt sich Sommerkamp irritiert über den Vorschlag der Stadtverwaltung. „Ein Auto, das hochtourig in einem niedrigen Gang gefahren wird, kann mehr Lärm verursachen als eines, das mit 50 km/h im fünften oder sechsten Gang gefahren wird. Aus diesem Grund muss zunächst geprüft werden, ob die vorgegebenen Geschwindigkeiten auf bestimmten Streckenabschnitten eingehalten werden und welcher Lärm dabei entsteht“, erklärt Hellmann die Bedenken der CDU.

„Selbstverständlich sind wir dafür, die Lärmbelastungen in der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger gering zu halten. Der zurzeit vorgelegt LAP und die darin vorgesehen Maßnahmen, erreichen dies jedoch zumindest in diesem Punkt nicht, sondern verfolgen das längerfristige Ziel, den Verkehr in Hannover weiter abzubremsen“, so Hellmann abschließend.
 

Inhaltsverzeichnis
Nach oben