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30.10.2008 | Neue Presse / Vera König
Reform: Toepffer schwört CDU ein
Der leidenschaftliche Auftritt von Parteichef Dirk Toepffer hatte Erfolg: Einstimmig hat Hannovers CDU gestern Abend beschlossen, sich fit für die Zukunft zu schrumpfen. Die Zahl der Ortsverbände (bisher 20) soll sich mit der der Stadtbezirke (13) decken. „Ich habe mich mit der Oppositionsrolle noch lange nicht abgefunden“, schwor Toepffer die 76 Delegierten auf seinen Kurs ein.
Derzeit aber sei die Partei „nicht kampagnenfähig“. Durch die große Zahl der Ortsverbände und damit deren Beisitzer sei es im Kreisvorstand „nicht möglich, inhaltlich zu diskutieren“. Grünkohlessen an der Basis fänden teilweise mit acht Mitgliedern statt, hochklassige Referenten müssten vor zehn oder 15 Leuten sprechen. Die Zahl der Parteimitglieder habe sich in den vergangenen 26 Jahren halbiert – auf derzeit knapp mehr als 2000. Eine moderne Großstadtpartei, so Toepffer, brauche neue Strukturen. Ein Jahr lang hatten er und Vize Klaus-Dietrich Scholz dafür geworben. Am Ende war Einvernehmen nur möglich mit einem Kompromiss: Die Ortsverbände Buchholz und Kleefeld sowie Anderten und Misburg haben für die Fusion eine Frist von zwei Jahren. Das erzürnte Ex-Parteichef Ulrich Reymann. Er griff die Landtagsabgeordnete Gisela Konrath (Chefin in Anderten) und Kreisvorstandsmitglied Dietrich Kressel (Vorsitzender in Misburg) an. Ihre politische Weitsicht müsse weiter reichen als bis zu den engen Grenzen des eigenen Ortsverbandes. Für sie werde „eine Extrawurst gebraten, damit Frieden herrscht“. Toepffer konterte souverän: „Stimmt.“ Und nachdem auch Kressel gemahnt hatte, eine moderne Großstadtpartei müsse „souverän genug sein, zwei Geschwindigkeiten für eine Reform zu verkraften“, war der Frieden wieder hergestellt.

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